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Wussten Sie, dass eine der besten Weinregionen Europas oft übersehen wird? Die Dão-Region in Portugal wird häufig als das „portugiesische Burgund“ bezeichnet – und das aus gutem Grund. Hier entstehen Weine von außergewöhnlicher Eleganz und Komplexität.
Das besondere Klima, geprägt vom Atlantik und den umliegenden Gebirgen, schafft ideale Bedingungen für den Weinbau. Die Granitböden, die 95% der Fläche bedecken, und die großen Temperaturschwankungen verleihen den Weinen eine einzigartige Charakteristik.
Seit der Römerzeit hat die Region eine reiche Weinbautradition. Doch erst ab den 1980er Jahren erlebte sie eine Renaissance in der Qualitätsproduktion. Heute zählen Winzer wie Quinta dos Roques und Álvaro Castro zu den modernen Vorreitern.
Charakteristisch für die Region sind Rebsorten wie die Touriga Nacional, die für ihre Tiefe und Aromenvielfalt bekannt ist. Möchten Sie mehr über diese faszinierende Region und ihre Weine erfahren? Dann lesen Sie weiter!
Weinregion Dão: Geschichte und Terroir
Die Geschichte der Weinproduktion in Portugal reicht weit zurück, doch eine Region sticht besonders hervor. Ihre Wurzeln reichen bis in die Römerzeit, als Viseu, das Zentrum der Provinz Lusitania, bereits für seine Reben bekannt war. Diese lange Tradition prägt bis heute das Terroir und die Produktion.
Ein historisches Erbe mit römischen Wurzeln
Schon im 1. Jahrhundert v. Chr. begann die Weinproduktion in dieser Region. Die Römer erkannten das Potenzial der Granitböden und des kontinentalen Klimas. Ihre Techniken legten den Grundstein für eine Weinbautradition, die sich über Jahrhunderte weiterentwickelte.
Granitböden und kontinentales Klima
Die Region ist geprägt von Granitböden, die 95% der Fläche bedecken. Diese sandigen Verwitterungsböden mit Schieferadern verleihen den Weinen eine einzigartige Mineralität. Das Klima ist paradox: heiße Sommer mit Temperaturen bis zu 40°C und kalte Winter, die bis auf -5°C fallen können. Diese Extreme fördern die Komplexität der Reben.
Die Rolle der Genossenschaften und der Neuanfang
Bis in die 1980er Jahre kontrollierten Genossenschaften bis zu 95% der Produktion. Doch dann begann eine Modernisierungswelle. Privatwinzer wie Álvaro Castro setzten auf alte Rebsorten und traditionelle Methoden. Dieser Neuanfang verhalf der Region zu neuer Blüte und internationaler Anerkennung.
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Rebsorten und Weinstile der Region
Portugal ist bekannt für seine einzigartigen Trauben, die Weine von außergewöhnlichem Charakter hervorbringen. Die Region zeichnet sich durch eine Vielzahl von Rebsorten aus, die sowohl rote als auch weiße Weine von höchster Qualität produzieren. Jede Sorte bringt ihre eigenen Aromen und Strukturen mit, was die Weine so besonders macht.
Touriga Nacional und andere rote Stars
Die Touriga Nacional ist die bekannteste rote Rebsorte der Region. Sie macht etwa 25% der Anbaufläche aus und ist für ihre blumige Eleganz und dichten Tanninstrukturen bekannt. Typische Aromen sind schwarze Johannisbeere und eine leichte Würze. Neben der Touriga Nacional spielen auch Sorten wie Alfrocheiro, Jaen und Tinta Roriz eine wichtige Rolle. Diese Trauben verleihen den Weinen eine besondere Komplexität und Fruchtigkeit.
Ein weiterer roter Star ist die Tinta Roriz, die für ihre Säure und Frische geschätzt wird. Sie wird oft in traditionellen Cuvées verwendet, die aus 4-5 Rebsorten bestehen. Diese Mischungen sind ein Markenzeichen der Region und bieten eine ausgewogene Harmonie zwischen Frucht und Struktur.
Encruzado und die Weißweine von Dão
Bei den Weißweinen sticht die Encruzado hervor. Diese Rebsorte ergibt mineralische Weine mit hohem Alterungspotenzial. Die Aromen erinnern an Zitrusnoten und weiße Blüten, was sie mit einem burgundischen Chardonnay vergleichbar macht. Encruzado-Weine sind besonders in höheren Lagen zu finden, wo die kühlen Nächte die Säure bewahren.
Neben Encruzado gibt es auch seltene Sorten wie Bical, die für ihre Zitrusfrische bekannt sind. Diese Weißweine sind oft leicht und erfrischend, mit einer angenehmen Säure, die sie perfekt für den Sommer macht.
Rebsorte | Typ | Aromen | Besonderheiten |
---|---|---|---|
Touriga Nacional | Rot | Schwarze Johannisbeere, Würze | Blumige Eleganz, dichte Tannine |
Encruzado | Weiß | Zitrusnoten, weiße Blüten | Mineralisch, hohes Alterungspotenzial |
Tinta Roriz | Rot | Frische, Säure | Oft in Cuvées verwendet |
Bical | Weiß | Zitrusfrische | Leicht und erfrischend |
Bemerkenswerte Weingüter und Adressen
Inmitten der Hügel und Täler liegen einige der beeindruckendsten Weingüter Europas. Diese Betriebe verbinden Tradition mit moderner Art und schaffen Weine von höchster Qualität. Hier sind drei Adressen, die Sie unbedingt kennen sollten.
Quinta dos Roques und das moderne Dão
Quinta dos Roques ist ein Vorreiter in der Region. Mit ihrer innovativen Doppelfassung – neuen und gebrauchten Barriques – erzielen sie eine perfekte Balance zwischen Frucht und Struktur. Besonders hervorzuheben ist die Maias-Jaen Cuvée, die aus einer Lage von 700 Metern Höhe stammt. Dieser Wein zeigt die Eleganz und Komplexität, für die die Region bekannt ist.
Álvaro Castro: Pioniergeist in Quinta da Pellada
Álvaro Castro ist ein Name, der für Qualität und Innovation steht. Seine Philosophie „Mineralität vor Frucht“ spiegelt sich in jedem Tropfen wider. Sein „Double-Oaked“ Carrocel Touriga Nacional erhielt 96 Parker-Punkte und ist ein Beweis für sein Können. Gebrauchte Eichenfässer verleihen seinen Weinen eine besondere Tiefe und Komplexität.
Paço dos Cunhas: Tradition trifft Moderne
Das historische Weingut Paço dos Cunhas ist ein Meisterwerk der Verbindung von Barock und Moderne. Der Architekt Pedro Mateus hat das Anwesen aus dem 17. Jahrhundert renoviert und dabei die ursprüngliche Art bewahrt. Mit 100 Hektar Einzellage in der Nähe von Santar produziert das Gut Weine von außergewöhnlicher Qualität. Besuchen Sie die Weinworkshops bei Global Wines und erleben Sie die Leidenschaft hinter jedem Glas.
Für Weinliebhaber ist die Region ein Paradies. Entdecken Sie mehr über die Weinwelt Portugals und lassen Sie sich von der Vielfalt begeistern.
Fazit
Die Region überzeugt mit einem einzigartigen Terroir und einer faszinierenden Weinvielfalt. Die Granitböden, Höhenlagen und extremen Klimabedingungen verleihen den Weinen eine unverwechselbare Charakteristik. Persönlich empfehle ich Álvaro Castros Carrocel Touriga Nacional als Einstiegswein – er zeigt die Eleganz und Tiefe, für die die Region bekannt ist.
Die internationale Nachfrage nach diesen Weinen steigt stetig, mit einem Exportwachstum von über 40% seit 2015. Für Weinliebhaber lohnt sich eine Reise, um die Weinregion Dão zu erkunden. Kombinieren Sie Weinproben mit Wanderungen in der Serra da Estrela für ein unvergessliches Erlebnis.
Ein letzter Tipp: Unterschätzen Sie die Weißweine nicht. Die Encruzado-Rebsorte überrascht mit ihrer mineralischen Komplexität und Zitrusfrische. Entdecken Sie die Vielfalt und lassen Sie sich von dieser besonderen Region begeistern.
FAQ
Welche Rebsorten sind typisch für die Region Dão?
Die bekanntesten roten Rebsorten sind Touriga Nacional und Tinta Roriz. Bei den Weißweinen dominiert Encruzado, aber auch Malvasia Fina ist weit verbreitet.
Was macht das Terroir der Region so besonders?
Die Böden bestehen hauptsächlich aus Granit, was den Weinen eine mineralische Note verleiht. Das kontinentale Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern sorgt für eine ausgeprägte Säure und Frucht.
Welche Weingüter sollte man in Dão besuchen?
Quinta dos Roques und Álvaro Castro sind bekannte Adressen für moderne Weine. Paço dos Cunhas verbindet dagegen Tradition mit Innovation und ist ebenfalls einen Besuch wert.
Wie hat sich die Weinproduktion in Dão entwickelt?
Lange dominierten Genossenschaften die Region. Seit den 1990er Jahren setzen jedoch immer mehr kleine Weingüter auf Qualität und haben Dão zu einer der spannendsten Weinregionen Portugals gemacht.
Welche Weinstile findet man in Dão?
Die Rotweine sind oft elegant und strukturiert, während die Weißweine frisch und mineralisch sind. Viele Winzer experimentieren auch mit Cuvées und modernen Vinifikationsmethoden.
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