Virginia Giuffre Tod: Amy Wallace: Biografin erklärt

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Amy Wallace schrieb mit der Epstein-Überlebenden Virginia Giuffre deren Autobiografie. Sie erzählt von radikaler Ehrlichkeit und warum das Buch anderen Überlebenden helfen sollte.

Symbolbild zum Thema Virginia Giuffre Tod
Symbolbild: Virginia Giuffre Tod (Bild: Pexels)

Virginia Giuffre hat durch ihren Mut viel bewirkt. Sie sprach über die Verbrechen von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell – und machte den Fall dadurch weltweit sichtbar. Giuffre wurde zur prominentesten Überlebenden des Missbrauchsskandals. Am 25. April 2026 jährt sich ihr Todestag zum ersten Mal. Sie nahm sich im Alter von 41 Jahren das Leben.

Amy Wallace, Journalistin und Autorin, kannte Giuffre gut. Sie war Ghostwriterin und Co-Autorin von Giuffres Autobiografie „Nobody’s Girl“, die den Missbrauch an Giuffre thematisiert. Vor einer Woche sprach Wallace auf dem International Journalism Festival in Perugia, Italien, über ihre Zusammenarbeit mit Giuffre und ihre Sicht auf den Missbrauchskomplex um Epstein, der in der Haft starb.

Wallace kam durch eine Empfehlung als Co-Autorin mit Giuffre in Kontakt. Im Frühjahr 2021 folgte ein Zoom-Call. „Es hat einfach ‚Klick‘ gemacht“, erzählte Wallace. Als Giuffre von den Verbrechen und ihren Traumata erzählte, stoppte Wallace sie. „Wenn wir zusammenarbeiten, fangen wir nicht damit an.“ Sie wollte, dass sie sich kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Giuffre sollte ihre Leidensgeschichte nicht mehr auf Kommando erzählen. (Lesen Sie auch: Virginia Giuffre: Bruder von totem Epstein-Opfer unter…)

Mit dem Buch verfolgten Wallace und Giuffre daher ein klares Ziel: „Nach 15 Jahren, in denen sie ihre schlimmsten Erfahrungen immer wieder hervorbrachte, sollte das Buch ihr ermöglichen zu sagen: ‚Ich respektiere Ihr Bedürfnis, das zu wissen. Ich bin froh, dass Sie interessiert sind. Meine beste und sorgfältigste Darstellung steht in diesem Buch. Und jetzt gehe ich in meinem Leben weiter. Ich bin jetzt eine Mitstreiterin für andere Überlebende.‘“

Wallace betonte: „Das Heroischste an Virginia war nicht ihre Tapferkeit gegen die mächtigsten Männer der Welt, sondern dass sie mit diesem Buch anderen Überlebenden sexuellen Missbrauchs helfen wollte, damit sie sich weniger allein und weniger beschämt fühlen.“ Wallace bedauere, dass Giuffre das heute nicht sehen und erleben kann. „Es ist die schlimmste Tragödie für mich.“

Amy Wallace über Virginia Giuffre: „Das Schlimmste für sie war nicht, wiederholt vergewaltigt zu werden“

Während ihrer Arbeit habe Wallace viel über sexuellen Missbrauch, Menschenhandel und die damit verbundenen Traumata gelernt. Etwa, wie traumatische Erinnerungen funktionieren. „Was ich gelernt habe, ist, dass, wenn man schwer traumatisiert ist, das Gehirn manchmal die Erinnerungen zersplittert. Man hat alle Gedankensplitter, sie sind nur an verschiedenen Stellen im Gehirn.“ So berichtete Giuffre ihr zunächst von den ersten beiden Wochen bei Epstein. Monate später erwähnte sie ein Foto ihres jüngeren Bruders Sky. Epstein hatte Giuffre ein Foto von ihm gezeigt und gedroht: „Wenn du dich mit uns anlegst, wird er den Preis zahlen.“

„Das Schlimmste für sie war nicht, wiederholt vergewaltigt oder gehandelt zu werden“, schilderte Wallace, „sondern die Bedrohung ihres kleinen Bruders. Sie hatte diese Erinnerung abgespalten.“ (Lesen Sie auch: Meinung Lasst: Den Wal in Ruhe (sterben)!)

Ich bin auch nicht darüber hinweggekommen, und ich will das allen zeigen

Giuffre habe darauf bestanden, auch die schwierigsten Momente ins Buch aufzunehmen. Radikale Ehrlichkeit, kein perfektes Opfer-Narrativ. Während der Arbeit am Buch versuchte Giuffre zweimal, sich das Leben zu nehmen, schilderte Wallace. Nachdem Giuffre sich davon erholt hatte, bestand sie darauf, die Suizidversuche ins Buch aufzunehmen. „Wenn ich mein Leben rosig darstelle, nur weil ich ein paar Vergleiche gewonnen und eine Familie habe, werde ich andere Überlebende beschämen, weil sie nicht darüber hinweggekommen sind. Und ich bin auch nicht darüber hinweggekommen, und ich will das allen zeigen“, habe sie gesagt.

Ein Porträt einer Frau zu zeichnen, die nicht so etwas wie die „perfekte Überlebende“ ist, mache das Buch und ihre Geschichte so stark, meint Wallace.

Detailansicht: Virginia Giuffre Tod
Symbolbild: Virginia Giuffre Tod (Bild: Pexels)

Gleichzeitig war Wallace die penible Genauigkeit bei den Informationen und Fakten Giuffres wichtig. Wallace wollte jeden Fehler vermeiden. „Diese Männer warteten auf einen Fehler, weil sie so vorgehen: Sie diskreditieren. ‚Seht ihr, sie ist eine Lügnerin. Seht ihr, sie hat es erfunden.‘“ Daher sei sie besonders stolz darauf, dass es keine einzige Anfechtung gab. (Lesen Sie auch: Wal-Newsblog: Sandsäcke sollen Wal den Weg in…)

Wallace kritisierte die nur teilweise und schleppende Veröffentlichung der Epstein-Akten: „Es ist eine Vertuschung. Es gibt keine andere Beschreibung dafür.“ Sie nannte als Indizien nicht geschwärzte Namen von Überlebenden, wiederum geschwärzte Namen von Tätern und eine nicht funktionierende Suchfunktion.

Was in diesem Umfeld, in dem sich Virginia Giuffre und viele andere Überlebende von sexuellem Missbrauch befanden, System habe, fasst Amy Wallace so zusammen: „Geld, Klasse, die geschützten Männer.“

Ursprünglich berichtet von: Stern

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Illustration zu Virginia Giuffre Tod
Symbolbild: Virginia Giuffre Tod (Bild: Pexels)

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