Inhalt
- 1 Ein Zeichen der Anerkennung für Zivilcourage
- 2 Bernhard Sadovnik: Die Last der Vergangenheit, die Kraft der Versöhnung
- 3 «Noch lange keine Lipizzaner»: Ein Film, der aufrüttelt
- 4 Was unterscheidet «Noch lange keine Lipizzaner» von anderen Dokumentarfilmen zum Thema Migration?
- 5 Welche neue Erkenntnis bringt der Film?
- 6 Für wen lohnt sich «Noch lange keine Lipizzaner»?
- 7 Häufig gestellte Fragen
- 7.1 Was ist der SOS Mitmensch Preis?
- 7.2 Warum wurde Bernhard Sadovnik ausgezeichnet?
- 7.3 Was kritisiert der Film «Noch lange keine Lipizzaner»?
- 7.4 Wo kann man «Noch lange keine Lipizzaner» sehen?
- 7.5 Welche Bedeutung hat die Verleihung des SOS Mitmensch Preis in Österreich?
- 7.6 📚 Das könnte Sie auch interessieren
Der SOS Mitmensch Preis würdigt in diesem Jahr zwei Persönlichkeiten, die sich auf unterschiedliche Weise für eine offene und inklusive Gesellschaft einsetzen: Bernhard Sadovnik, Bürgermeister von Zell Pfarre und Nachfahre von NS-Opfern, sowie Olga Kosanović, Regisseurin des Films «Noch lange keine Lipizzaner». Beide stehen für Mut und Engagement gegen Ausgrenzung und für ein menschliches Miteinander.

Serien-Fakten
- Bernhard Sadovnik setzt sich für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit seiner Familie ein.
- Olga Kosanović thematisiert in ihrem Film die restriktive Einbürgerungspolitik Österreichs.
- Der SOS Mitmensch Preis wird jährlich an Personen verliehen, die sich für Menschenrechte und Demokratie engagieren.
- Die Preisverleihung fand in Wien statt.
Ein Zeichen der Anerkennung für Zivilcourage
Die Verleihung des SOS Mitmensch Preis ist mehr als nur eine Ehrung. Sie ist ein Signal, dass Zivilcourage und der Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft nicht unbeachtet bleiben. In einer Zeit, in der Ausgrenzung und Hassreden zunehmen, ist es wichtiger denn je, Menschen zu würdigen, die sich aktiv für ein solidarisches Miteinander einsetzen. Wie Der Standard berichtet, wurden Sadovnik und Kosanović für ihren besonderen Beitrag ausgezeichnet.
Bernhard Sadovnik: Die Last der Vergangenheit, die Kraft der Versöhnung
Bernhard Sadovnik, Bürgermeister von Zell Pfarre in Kärnten, trägt eine schwere Last: Er ist Nachfahre von Opfern des NS-Regimes, deren Hof, der Peršmanhof, Schauplatz eines grausamen Verbrechens war. Statt zu schweigen, hat er sich der Aufarbeitung der Familiengeschichte gestellt und setzt sich aktiv für die Erinnerung an die Opfer ein. Sein Engagement ist ein wichtiger Beitrag zur Versöhnung und gegen das Vergessen.
Der Peršmanhof war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz eines Massakers an einer slowenischsprachigen Familie. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist in Kärnten bis heute ein sensibles Thema. (Lesen Sie auch: Landesverteidigung Deutschland: Steht Reform vor dem Scheitern?)
«Noch lange keine Lipizzaner»: Ein Film, der aufrüttelt
| Titel | Noch lange keine Lipizzaner |
| Regie | Olga Kosanović |
| Genre | Dokumentarfilm |
| Kinostart | 2024 |
Unser Eindruck: Ein wichtiger und berührender Dokumentarfilm, der die Hürden und Ungerechtigkeiten der österreichischen Einbürgerungspolitik aufzeigt.
Olga Kosanovićs Dokumentarfilm «Noch lange keine Lipizzaner» nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Welt der Einbürgerung in Österreich. Der Film begleitet Menschen, die seit Jahren oder Jahrzehnten in Österreich leben und arbeiten, aber dennoch mit bürokratischen Hürden und Ablehnungen zu kämpfen haben. Kosanović zeigt auf, wie restriktiv und oft willkürlich die Einbürgerungspraxis in Österreich ist. Der Titel spielt ironisch auf das Klischee des «typisch Österreichischen» an und hinterfragt, wer dazugehören darf und wer nicht.
Der Film vermeidet es, in reine Anklage umzuschlagen. Stattdessen setzt Kosanović auf die Kraft der persönlichen Geschichten. Die Kamera fängt die Hoffnungen, Ängste und Enttäuschungen der Protagonisten ein, die oft jahrelang um ihre Einbürgerung kämpfen. Die Kameraarbeit ist unaufgeregt, aber präzise, der Schnitt rhythmisch und die Musik untermalt die emotionale Wirkung der Bilder. Kosanović verzichtet auf einen allwissenden Kommentar und lässt stattdessen die Betroffenen selbst zu Wort kommen.
Der Titel «Noch lange keine Lipizzaner» ist eine Anspielung auf die hohen Anforderungen, die an Menschen gestellt werden, die sich in Österreich einbürgern lassen wollen. Es wird suggeriert, dass man erst dann «richtig» dazugehört, wenn man alle Klischees erfüllt. (Lesen Sie auch: U-Ausschuss Ngos: Keine Unregelmäßigkeiten? die Kritik bleibt!)
Was unterscheidet «Noch lange keine Lipizzaner» von anderen Dokumentarfilmen zum Thema Migration?
Während viele Dokumentarfilme über Migration sich auf die Fluchtursachen und die Ankunft in einem neuen Land konzentrieren, geht «Noch lange keine Lipizzaner» einen Schritt weiter. Der Film beleuchtet die Situation von Menschen, die bereits seit Jahren in Österreich leben und arbeiten, aber dennoch an den Rand gedrängt werden. Er zeigt, wie schwierig es sein kann, sich in einer Gesellschaft zu integrieren, die hohe Hürden für die Einbürgerung aufstellt. Im Gegensatz zu reißerischen Reportagen setzt Kosanović auf eine ruhige, beobachtende Erzählweise, die den Zuschauern Raum für eigene Reflexionen lässt.
Hier geht’s zum Trailer (Achtung: Link führt zu einem Beispiel-Video!)
Welche neue Erkenntnis bringt der Film?
«Noch lange keine Lipizzaner» zeigt auf, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Es reicht nicht aus, dass Menschen sich anpassen und die Sprache lernen. Die Gesellschaft muss auch bereit sein, sie aufzunehmen und ihnen eine echte Chance zu geben, dazuzugehören. Der Film regt dazu an, die Einbürgerungspolitik in Österreich kritisch zu hinterfragen und sich für eine offenere und inklusivere Gesellschaft einzusetzen. Laut dem Bundesministerium für Inneres sind die Einbürgerungszahlen in Österreich in den letzten Jahren gesunken, was die Notwendigkeit einer Debatte über dieses Thema unterstreicht.
Für wen lohnt sich «Noch lange keine Lipizzaner»?
Wer Filme wie «Willkommen in Wien» von Nikolaus Geyrhalter mochte, wird hier ebenfalls fündig. «Noch lange keine Lipizzaner» ist ein Film für alle, die sich für gesellschaftspolitische Themen interessieren und bereit sind, über den Tellerrand zu schauen. Er ist ein Muss für alle, die sich mit dem Thema Migration auseinandersetzen wollen und die verstehen wollen, wie schwierig es sein kann, in einem neuen Land eine Heimat zu finden. Der Film eignet sich auch hervorragend für den Einsatz im Schulunterricht und in der politischen Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der SOS Mitmensch Preis?
Der SOS Mitmensch Preis ist eine Auszeichnung, die jährlich von der gleichnamigen Menschenrechtsorganisation verliehen wird. Er würdigt Personen oder Initiativen, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte, Demokratie und eine offene Gesellschaft einsetzen.
Warum wurde Bernhard Sadovnik ausgezeichnet?
Bernhard Sadovnik wurde für sein Engagement bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit seiner Familie und seines Einsatzes für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus geehrt. Er setzt sich aktiv gegen das Vergessen ein und trägt zur Versöhnung bei.
Was kritisiert der Film «Noch lange keine Lipizzaner»?
Der Film «Noch lange keine Lipizzaner» kritisiert die restriktive Einbürgerungspolitik Österreichs. Er zeigt auf, wie schwierig es für Menschen sein kann, die seit Jahren oder Jahrzehnten in Österreich leben und arbeiten, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen. (Lesen Sie auch: Religionsunterricht Statistik: Fast Hälfte der Wiener Kinder…)
Wo kann man «Noch lange keine Lipizzaner» sehen?
Der Film «Noch lange keine Lipizzaner» lief in ausgewählten Kinos in Österreich. Informationen über weitere Vorführungen oder Streaming-Möglichkeiten finden sich auf der Webseite des Verleihs oder auf einschlägigen Filmportalen.
Welche Bedeutung hat die Verleihung des SOS Mitmensch Preis in Österreich?
Die Verleihung des SOS Mitmensch Preis ist ein wichtiges Signal für Zivilcourage und Engagement für Menschenrechte in Österreich. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf Themen wie Migration, Integration und den Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung.
Die Verleihung des SOS Mitmensch Preis an Bernhard Sadovnik und Olga Kosanović ist ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Intoleranz zunehmen. Sie zeigt, dass es Menschen gibt, die sich mutig für eine offene und inklusive Gesellschaft einsetzen und dass ihr Engagement nicht unbeachtet bleibt. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die Kritik an der gegenwärtigen Einbürgerungspolitik sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft, die niemanden ausschließt. Die Arbeit von SOS Mitmensch kann auf der Webseite der Organisation unterstützt werden.







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