Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Die A39: Eine Autobahn mit zwei Gesichtern
- 3 Aktuelle Verkehrsmeldungen und Sperrungen auf der A39
- 4 Der A39 Lückenschluss: Details und Zeitplan
- 5 Wirtschaftliche Chancen durch den A39 Ausbau
- 6 Umweltbedenken und Kritik am A39 Lückenschluss
- 7 Politische Debatte und Finanzierung des A39 Projekts
- 8 Alternativen zum A39 Lückenschluss im Vergleich
- 9 Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 10 Fazit: Die Zukunft der A39
Die Bundesautobahn 39 (A39) ist im Mai 2026 ein zentrales Thema in Deutschland, insbesondere aufgrund des seit Langem geplanten Lückenschlusses zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Dieses Infrastrukturprojekt sorgt für intensive Diskussionen und prägt die Verkehrslage in Niedersachsen. Der geplante A39 Lückenschluss soll die bestehenden Abschnitte der A39 miteinander verbinden und die Region verkehrlich entlasten, doch Gegner befürchten negative Umweltauswirkungen und hohe Kosten.
Die A39, die derzeit aus zwei getrennten Abschnitten besteht – einer im Norden von Seevetal bis Lüneburg und einer im Süden von Wolfsburg über Braunschweig bis Salzgitter – steht im Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere die aktuellen Bauvorhaben und temporären Sperrungen beeinflussen den regionalen Verkehr erheblich. Das ambitionierte Vorhaben, die Lücke der A39 zu schließen, birgt sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Anwohner, Pendler und die Umwelt.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Die A39: Eine Autobahn mit zwei Gesichtern
- Aktuelle Verkehrsmeldungen und Sperrungen auf der A39
- Der A39 Lückenschluss: Details und Zeitplan
- Wirtschaftliche Chancen durch den A39 Ausbau
- Umweltbedenken und Kritik am A39 Lückenschluss
- Politische Debatte und Finanzierung des A39 Projekts
- Alternativen zum A39 Lückenschluss im Vergleich
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Die Zukunft der A39
Das Wichtigste in Kürze
- Die A39 ist am 26. Mai 2026 von mehreren Baustellen und Sperrungen betroffen, insbesondere eine zweiwöchige Vollsperrung bei Lüneburg ab dem 1. Juni 2026 in Richtung Hamburg.
- Der Lückenschluss der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ist ein seit Langem geplantes Infrastrukturprojekt, das eine 105 km lange Neubaustrecke umfasst.
- Erste bauvorbereitende Arbeiten für den A39 Lückenschluss haben bereits begonnen, obwohl ein notwendiges Gerichtsurteil noch aussteht.
- Umweltschutzorganisationen und Bürgerinitiativen kritisieren den A39 Ausbau scharf wegen befürchteter Naturzerstörung und erhöhter Verkehrsbelastung.
- Wirtschaftsverbände und Anwohner der B4 befürworten den A39 Lückenschluss zur Entlastung von Ortsdurchfahrten und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.
- Die Finanzierung des A39 Projekts war im Bundeshaushalt 2026 zunächst unsicher, wurde jedoch später durch Umschichtungen gesichert.
- Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigte, dass etwa 70% der Befragten den Ausbau der A39 befürworten.
Die A39: Eine Autobahn mit zwei Gesichtern
Die Bundesautobahn 39, kurz A39, ist ein wichtiges Verkehrsadernetz in Niedersachsen, das sich derzeit aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilstücken zusammensetzt. Der nördliche Abschnitt erstreckt sich vom Maschener Kreuz (A7) bis Lüneburg-Nord, während der südliche Teil von Wolfsburg über Braunschweig bis Salzgitter verläuft. Die Vision eines vollständigen A39 Lückenschlusses, der diese beiden Teile verbindet, existiert bereits seit Jahrzehnten.
Dieser geplante Lückenschluss der A39 soll eine durchgängige Verbindung zwischen der Metropolregion Hamburg und der Region Braunschweig-Wolfsburg schaffen. Dadurch versprechen sich Befürworter eine deutliche Entlastung der Bundesstraße 4, die derzeit als Hauptverbindung dient und viele Ortsdurchfahrten stark belastet. Die Notwendigkeit dieses Ausbaus wird jedoch kontrovers diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Trotz der anhaltenden Debatte sind die Planungen für den A39 Lückenschluss weit fortgeschritten.
Aktuelle Verkehrsmeldungen und Sperrungen auf der A39
Der 26. Mai 2026 bringt für Autofahrer auf der A39 mehrere Einschränkungen mit sich. Insbesondere im Bereich Salzgitter und Lüneburg sind Baustellen und Sperrungen zu beachten. Die Autobahn GmbH des Bundes und der ADAC informieren über die aktuelle Verkehrslage. So ist die Richtungsfahrbahn Braunschweig Richtung Salzgitter zwischen den Anschlussstellen Salzgitter-Lebenstedt-Süd und Salzgitter-Lichtenberg aufgrund einer Nachtbaustelle von 20:00 Uhr am 26. Mai bis 05:00 Uhr am 27. Mai 2026 gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet und ausgeschildert.
Eine weitere, längerfristige und für Pendler gravierende Sperrung betrifft den nördlichen Abschnitt der A39. Ab dem 1. Juni bis voraussichtlich 13. Juni 2026 wird die Richtungsfahrbahn Hamburg zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Handorf vollständig gesperrt. Grund dafür sind umfangreiche Arbeiten an der Fahrbahndeckschicht, die zahlreiche Schadstellen aufweist und dringend erneuert werden muss. Die Umleitung (U90) führt über Bardowick und die B404 zurück zur A39 bei Handorf. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, führen jedoch zu erheblichen Zeitverlusten und Umwegen für den Verkehr in Richtung Hamburg. Solche Verkehrsbeeinträchtigungen sind nicht unüblich bei größeren Infrastrukturprojekten, wie auch unser Artikel über die Brenner Autobahn Sperrung zeigt.
Der A39 Lückenschluss: Details und Zeitplan
Das Projekt des A39 Lückenschlusses sieht den Neubau einer rund 105 Kilometer langen Strecke zwischen Lüneburg und Wolfsburg vor. Diese Strecke ist in mehrere Planungsabschnitte unterteilt, wobei die Hansestadt Lüneburg für die Abschnitte 1 bis 5 zuständig ist. Der geplante Baubeginn für den ersten Abschnitt war ursprünglich für 2026 vorgesehen, allerdings sind die Planungen dynamisch und unterliegen verschiedenen Faktoren wie Gerichtsurteilen und Finanzierungsentscheidungen.
Im März 2026 starteten bereits erste Vorarbeiten für den Weiterbau der A39 bei Wolfsburg. Dabei handelt es sich um Sondierungsarbeiten und Baugrunduntersuchungen in den Gemeinden Ehra-Lessien, Barwedel, Jembke, Weyhausen und Tappenbeck. Diese Arbeiten sind essenziell, um eine verlässliche Datengrundlage für die weitere Planung zu schaffen. Obwohl der Lückenschluss des A39 sich aufgrund ausstehender Gerichtsurteile verzögert, demonstriert der Beginn dieser Vorarbeiten den politischen Willen, das Projekt voranzutreiben. Die Fertigstellung der gesamten Strecke wird derzeit zwischen 2027 und 2030 erwartet, wobei für die Abschnitte 2-4 die Verfahren noch laufen.
Wirtschaftliche Chancen durch den A39 Ausbau
Die Befürworter des A39 Lückenschlusses argumentieren, dass das Projekt erhebliche wirtschaftliche Vorteile für die Region Lüneburg-Wolfsburg mit sich bringen würde. Eine durchgängige Autobahnverbindung könnte die Fahrzeiten verkürzen und somit die Erreichbarkeit von wichtigen Wirtschaftsstandorten wie Hamburg, Hannover und Wolfsburg verbessern. Dies wiederum könnte die Attraktivität der Region für Unternehmen und Fachkräfte steigern. Die Wirtschaftsförderung Lüchow-Dannenberg hebt hervor, dass der Ausbau des A39 Lückenschlusses einen besseren Pendelradius ermöglicht und die Transportkosten für Unternehmen senkt.
Zudem wird erwartet, dass die Entlastung der bisher stark befahrenen Bundesstraße 4 nicht nur den Verkehrsfluss verbessert, sondern auch die Lebensqualität in den betroffenen Ortsdurchfahrten erhöht. Die Anwohner, die täglich unter Lärm und Abgasen leiden, könnten spürbar aufatmen. Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab, dass rund 70% der Bevölkerung den Ausbau der A39 befürworten und über 80% eher Vor- als Nachteile für die Region sehen. Dieses Meinungsbild unterstreicht die Hoffnung vieler auf eine positive Entwicklung durch den A39 Lückenschluss.
Umweltbedenken und Kritik am A39 Lückenschluss
Trotz der potenziellen wirtschaftlichen Vorteile stößt der A39 Lückenschluss auf starken Widerstand von Umweltschutzorganisationen und Bürgerinitiativen. Sie kritisieren, dass der Neubau der Autobahn unwirtschaftlich sei, geschützte Naturräume zerstöre und den Klimaschutzzielen entgegenwirke. Insbesondere die Zerstörung von Wäldern wie dem Lüner Holz und dem Neuen Forst sowie die Versiegelung weiterer Flächen werden als gravierende negative Folgen genannt.
Die Kritiker befürchten, dass die A39 nicht primär zur Entlastung bestehender Verkehrswege dient, sondern vielmehr neuen Straßenverkehr generieren wird. Prognosen im Bundesverkehrswegeplan gehen von 130 Millionen zusätzlich gefahrenen Kilometern pro Jahr aus, und wissenschaftliche Studien erwarten sogar noch mehr Verkehr. Dies würde zu einer steigenden Lärm-, Abgas- und Feinstaubbelastung für tausende Anwohner führen, die entlang der neuen Trasse leben. Das Verkehrswendebündnis „A39 stoppen“ hat eine Petition gestartet, um auf diese Bedenken aufmerksam zu machen und den Bau des A39 Lückenschlusses zu verhindern. Sie argumentieren, dass gezieltere Ortsumgehungen eine effektivere und umweltschonendere Lösung für die Entlastung der B4 wären.
Politische Debatte und Finanzierung des A39 Projekts
Die Finanzierung des A39 Lückenschlusses war in der Vergangenheit ein wiederkehrender Streitpunkt. Berichte im Sommer 2025 deuteten darauf hin, dass im Bundeshaushalt 2026 zunächst keine Gelder für den Ausbau der A39 vorgesehen waren. Dies führte zu großer Unsicherheit und Kritik, insbesondere von den norddeutschen Bundesländern, die mehr Geld für Autobahnen forderten. Ende September 2025 kam es jedoch zu einer Kehrtwende, und Finanzmittel wurden umgeschichtet, um drei Autobahnprojekte in Norddeutschland, darunter die A39, zu finanzieren. Der Bundestag sollte Ende Dezember 2025 über den Haushalt 2026 entscheiden.
Die Autobahn GmbH des Bundes, zuständig für die Planung und Umsetzung des A39 Ausbaus, zeigte sich zuversichtlich, dass mit bauvorbereitenden Arbeiten schon Ende 2025 begonnen werden könne, dies betraf jedoch zunächst nur den Abschnitt 1 bei Lüneburg. Die Abschnitte 6 und 7 in der Region Wolfsburg/Landkreis Gifhorn sind komplexer und unterliegen noch Klagen, was den Baubeginn dort verzögert. Die politischen Entscheidungsträger stehen weiterhin unter Druck, einen Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen, Umweltschutz und den Bedürfnissen der Anwohner zu finden, um den A39 Lückenschluss voranzutreiben.
Alternativen zum A39 Lückenschluss im Vergleich
Angesichts der massiven Kritik und der hohen Kosten des A39 Lückenschlusses werden immer wieder Alternativen diskutiert, um die Verkehrsprobleme in der Region zu lösen. Eine der am häufigsten genannten Alternativen ist der gezielte Ausbau und die Optimierung der bestehenden Bundesstraße 4 (B4) durch Ortsumgehungen. Befürworter dieser Lösung argumentieren, dass dies eine wesentlich kostengünstigere und umweltschonendere Methode wäre, um die Anwohner in den Ortsdurchfahrten zu entlasten, ohne eine völlig neue Autobahn durch unberührte Natur zu bauen.
Ein weiterer Ansatz könnte die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sein, um Pendler zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu bewegen. Investitionen in moderne Zugverbindungen und ein dichteres Busnetz könnten dazu beitragen, den Individualverkehr zu reduzieren. Zudem könnten intelligente Verkehrsleitsysteme und die Förderung von Fahrgemeinschaften den bestehenden Verkehrsfluss optimieren. Die Gegner des A39 Lückenschlusses betonen, dass eine Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene ebenfalls eine nachhaltige Alternative darstellt, die bislang nicht ausreichend verfolgt wurde.

Die folgende Tabelle fasst die Hauptargumente für und gegen den A39 Lückenschluss zusammen:
| Argumente für den A39 Lückenschluss | Argumente gegen den A39 Lückenschluss |
|---|---|
| Verkürzung der Fahrzeiten und verbesserte Erreichbarkeit | Zerstörung geschützter Naturräume (z.B. Lüner Holz) |
| Entlastung der B4 und Ortsdurchfahrten | Generierung von neuem Straßenverkehr statt Entlastung |
| Stärkung der regionalen Wirtschaft und Attraktivität | Erhöhte Lärm-, Abgas- und Feinstaubbelastung für Anwohner |
| Lückenschluss des Autobahnnetzes | Hohe Kosten und unwirtschaftliche Investition |
| Mehrheit der Bevölkerung befürwortet den Ausbau | Verzögerungen durch Klagen und Planfeststellungsverfahren |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wann beginnt der Bau des A39 Lückenschlusses?
- Der Baubeginn für den A39 Lückenschluss hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich ausstehender Gerichtsurteile und der Finalisierung von Planfeststellungsverfahren. Erste bauvorbereitende Arbeiten bei Wolfsburg haben im März 2026 begonnen. Für den ersten Abschnitt bei Lüneburg wurde ein Baubeginn für 2026 geplant, die Fertigstellung der gesamten Strecke wird zwischen 2027 und 2030 erwartet.
- Welche Auswirkungen hat der A39 Lückenschluss auf die Umwelt?
- Umweltschützer befürchten erhebliche negative Auswirkungen durch den A39 Lückenschluss, darunter die Zerstörung von Wäldern und Naturräumen, die Versiegelung weiterer Flächen und eine erhöhte Lärm-, Abgas- und Feinstaubbelastung durch prognostizierten Mehrverkehr. Dies würde den Klimaschutzzielen entgegenwirken.
- Warum ist der A39 Lückenschluss so umstritten?
- Der A39 Lückenschluss ist umstritten, weil er wirtschaftliche Vorteile wie kürzere Fahrzeiten und Entlastung der B4 verspricht, gleichzeitig aber massive Umweltbedenken hervorruft. Die hohen Kosten und die Frage, ob der Neubau wirklich eine Entlastung oder eher eine Generierung von mehr Verkehr darstellt, sind zentrale Punkte der Debatte.
- Gibt es aktuell Sperrungen auf der A39?
- Ja, am 26. Mai 2026 und in den folgenden Wochen gibt es mehrere Sperrungen auf der A39. Insbesondere ist die Richtungsfahrbahn Braunschweig Richtung Salzgitter in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai gesperrt. Ab dem 1. Juni bis 13. Juni 2026 ist zudem eine Vollsperrung der A39 zwischen Lüneburg-Nord und Handorf in Richtung Hamburg geplant. Aktuelle Informationen finden Sie immer beim ADAC oder der Autobahn GmbH des Bundes.
- Welche Alternativen zum A39 Lückenschluss werden diskutiert?
- Als Alternativen zum A39 Lückenschluss werden der gezielte Ausbau der B4 mit Ortsumgehungen, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, intelligente Verkehrsleitsysteme und die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene diskutiert. Diese Ansätze sollen eine nachhaltigere und kostengünstigere Lösung für die Verkehrsprobleme bieten.
Fazit: Die Zukunft der A39
Der A39 Lückenschluss bleibt ein Projekt von nationaler Bedeutung und regionaler Brisanz. Während die Befürworter die wirtschaftlichen Impulse und die Entlastung der B4 betonen, warnen Kritiker vor den irreversiblen Umweltschäden und der möglichen Generierung von Mehrverkehr. Die aktuellen Bauarbeiten und Sperrungen auf der A39 verdeutlichen die Komplexität und die unmittelbaren Auswirkungen des Projekts auf den Alltag der Menschen. Die endgültige Realisierung des A39 Lückenschlusses wird weiterhin von politischen Entscheidungen, finanziellen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt von juristischen Auseinandersetzungen abhängen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Interessenlagen weiter entwickeln und welche Kompromisse in den kommenden Jahren gefunden werden, um die Mobilität in der Region nachhaltig zu gestalten.

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