
Inhalt
- 1 Akute Herzinsuffizienz: Ein Teufelskreis aus Krankenhausaufenthalten
- 2 Was sind die Ursachen für die hohe Rate an Wiederaufnahmen?
- 3 Die Studienergebnisse im Detail
- 4 Welche Symptome deuten auf eine akute Herzinsuffizienz hin?
- 5 Wie kann die Behandlung von akuter Herzinsuffizienz verbessert werden?
- 6 Die Rolle der Telemedizin in der Herzinsuffizienz-Behandlung
- 7 Wie geht es weiter?
- 8 Häufig gestellte Fragen
- 8.1 Was genau bedeutet akute Herzinsuffizienz?
- 8.2 Welche Risikofaktoren begünstigen eine akute Herzinsuffizienz?
- 8.3 Wie wird akute Herzinsuffizienz behandelt?
- 8.4 Kann man einer akuten Herzinsuffizienz vorbeugen?
- 8.5 Welche Rolle spielt die Ernährung bei Herzinsuffizienz?
- 8.6 📚 Das könnte Sie auch interessieren
Akute Herzinsuffizienz ist ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem das Herz plötzlich nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Wer ist besonders gefährdet? Eine internationale Studie zeigt, dass Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion besonders häufig innerhalb eines Jahres erneut ins Krankenhaus müssen. Warum ist das so? Die Ursachen sind vielfältig und erfordern eine umfassende Betreuung.

Das ist passiert
- Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion haben ein hohes Risiko für wiederholte Krankenhausaufenthalte.
- Eine Studie des Karolinska Instituts zeigt, dass fast die Hälfte dieser Patienten innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt werden muss.
- Die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz ist deutlich höher als bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.
- Frühe Symptome einer chronischen Herzinsuffizienz sind nachlassende Leistungsfähigkeit, Atemnot und Gewichtszunahme.
Akute Herzinsuffizienz: Ein Teufelskreis aus Krankenhausaufenthalten
Herzinsuffizienz, oft auch als Herzschwäche bezeichnet, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut zu pumpen, um den Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Laut Stern sind in Deutschland etwa 4 Millionen Menschen von chronischer Herzinsuffizienz betroffen, die sich meist langsam entwickelt. Eine besonders kritische Form ist die akute Herzinsuffizienz, die plötzlich auftreten und lebensbedrohlich sein kann.
Eine aktuelle Studie, koordiniert vom schwedischen Karolinska Institut und veröffentlicht im «European Heart Journal», hat nun alarmierende Ergebnisse zu Tage gefördert: Patienten, die aufgrund einer akuten Herzinsuffizienz ins Krankenhaus eingeliefert werden und gleichzeitig eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens aufweisen, haben ein besonders hohes Risiko, innerhalb kurzer Zeit erneut stationär behandelt werden zu müssen. Dieser sogenannte «Drehtüreffekt» stellt eine enorme Belastung für die Betroffenen und das Gesundheitssystem dar.
Was sind die Ursachen für die hohe Rate an Wiederaufnahmen?
Die Gründe für die häufigen Wiederaufnahmen bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz sind komplex. Einer der Hauptfaktoren ist die bereits erwähnte eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens. Wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut zu fördern, kommt es zu einer Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, wie Atemnot, Müdigkeit und Wassereinlagerungen.
Darüber hinaus spielen Begleiterkrankungen eine wichtige Rolle. Viele Patienten mit Herzinsuffizienz leiden auch an anderen Erkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Diese Begleiterkrankungen können die Herzinsuffizienz verschlimmern und das Risiko für Komplikationen erhöhen.
Auch die Therapietreue der Patienten ist ein entscheidender Faktor. Viele Patienten nehmen ihre Medikamente nicht regelmäßig oder in der verordneten Dosis ein. Dies kann dazu führen, dass sich die Herzinsuffizienz verschlimmert und ein erneuter Krankenhausaufenthalt erforderlich wird. Mangelnde Information und unzureichende Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können ebenfalls dazu beitragen. (Lesen Sie auch: Leipziger Buchmesse Cosplay: Was Steckt Hinter den…)
Die Pumpfunktion des Herzens wird oft als Ejektionsfraktion (EF) gemessen. Sie gibt an, wie viel Prozent des Blutes bei jedem Herzschlag aus der linken Herzkammer ausgeworfen werden. Eine normale EF liegt in der Regel zwischen 55 und 70 Prozent. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz kann die EF deutlich niedriger sein.
Die Studienergebnisse im Detail
Die internationale Studie des Karolinska Instituts umfasste die Analyse von Daten von über 10.000 Patienten aus 41 Ländern, die zwischen 2018 und 2020 erhoben wurden. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Patienten, die aufgrund einer akuten Herzinsuffizienz ins Krankenhaus eingeliefert wurden, und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, die einen planmäßigen ambulanten Termin hatten.
Die Ergebnisse der Studie waren deutlich: 5,1 Prozent der Patienten, die mit akuter Herzinsuffizienz eingeliefert wurden, starben während ihres Krankenhausaufenthalts. Bei den Überlebenden hing der weitere Verlauf stark von der Herzfunktion ab. Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion hatten das höchste Risiko für eine erneute stationäre Behandlung. Fast die Hälfte (44 Prozent) dieser Patienten musste innerhalb eines Jahres nach dem ersten Krankenhausaufenthalt mindestens einmal erneut stationär behandelt werden.
Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten Herzinsuffizienz war mehr als dreimal so hoch (20 Prozent) wie bei den ambulant versorgten Patienten (6,2 Prozent). Dies unterstreicht die Schwere dieser Erkrankung und die Notwendigkeit einer intensiven Betreuung.
Welche Symptome deuten auf eine akute Herzinsuffizienz hin?
Im Gegensatz zur chronischen Herzinsuffizienz, die sich langsam entwickelt, kann die akute Herzinsuffizienz sehr plötzlich auftreten. Typische Symptome sind:
- Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme)
- Schwindel
- Starke Atemnot, insbesondere im Liegen
- Druckgefühl in der Brust
- Husten mit schaumigem, rosafarbenem Auswurf
- Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
Bei Auftreten dieser Symptome sollte umgehend ein Arzt aufgesucht oder der Notruf 112 gewählt werden, da es sich um einen lebensgefährlichen Zustand handeln kann. (Lesen Sie auch: Joel Mattli Lets Dance: Sportler Erobert die…)
Wie kann die Behandlung von akuter Herzinsuffizienz verbessert werden?
Um die hohe Rate an Wiederaufnahmen bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz zu senken, sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören:
- Optimierung der medikamentösen Therapie: Die Medikamente müssen individuell auf den Patienten abgestimmt und regelmäßig überprüft werden.
- Behandlung von Begleiterkrankungen: Diabetes, Niereninsuffizienz und andere Begleiterkrankungen müssen konsequent behandelt werden.
- Schulung der Patienten und Angehörigen: Die Patienten und ihre Angehörigen müssen über die Erkrankung, die Medikamente und die notwendigen Verhaltensmaßnahmen informiert werden.
- Engmaschige Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus: Die Patienten sollten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus regelmäßig von einem Arzt oder einer spezialisierten Pflegekraft betreut werden.
- Förderung der Therapietreue: Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Therapietreue der Patienten zu verbessern, beispielsweise durch Erinnerungssysteme oder Hausbesuche.
- Frühzeitige Erkennung und Behandlung von Komplikationen: Komplikationen wie Infektionen oder Nierenfunktionsstörungen müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Eine wichtige Rolle spielt auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und anderen Gesundheitsberufen. Durch eine koordinierte Betreuung können die Bedürfnisse der Patienten besser erfüllt und die Behandlungsergebnisse verbessert werden.
Die Studie des Karolinska Instituts zeigte folgende Ergebnisse:
- 5,1% der Patienten mit akuter Herzinsuffizienz starben während des Krankenhausaufenthalts.
- 44% der Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion wurden innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt.
- Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach akuter Herzinsuffizienz war 20%, im Vergleich zu 6,2% bei ambulant versorgten Patienten.
Die Rolle der Telemedizin in der Herzinsuffizienz-Behandlung
In den letzten Jahren hat die Telemedizin zunehmend an Bedeutung in der Behandlung von Herzinsuffizienz gewonnen. Telemedizinische Anwendungen ermöglichen es, Patienten auch außerhalb des Krankenhauses oder der Arztpraxis zu überwachen und zu betreuen. Dies kann dazu beitragen, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Zu den telemedizinischen Anwendungen gehören beispielsweise die Überwachung von Vitalparametern wie Blutdruck, Herzfrequenz und Gewicht, die telemedizinische Beratung durch Ärzte oder Pflegekräfte sowie die Nutzung von Apps zur Unterstützung der Therapietreue. Studien haben gezeigt, dass telemedizinische Interventionen die Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern und die Zahl der Krankenhausaufenthalte reduzieren können. Informationen zu telemedizinischen Angeboten bietet beispielsweise die Deutsche Herzstiftung.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Studie des Karolinska Instituts unterstreichen die Notwendigkeit, die Behandlung von akuter Herzinsuffizienz weiter zu verbessern. Es ist wichtig, Patienten mit einem hohen Risiko für Wiederaufnahmen frühzeitig zu identifizieren und ihnen eine intensive Betreuung anzubieten. Durch eine umfassende und koordinierte Betreuung können die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und die Belastung des Gesundheitssystems reduziert werden. Die Entwicklung neuer Therapieansätze und die verstärkte Nutzung telemedizinischer Anwendungen könnten in Zukunft ebenfalls dazu beitragen, die Behandlung von akuter Herzinsuffizienz zu optimieren. (Lesen Sie auch: Laura Dahlmeier Park: Garmisch Ehrt Verunglückte Biathlon-Ikone)
Häufig gestellte Fragen
Was genau bedeutet akute Herzinsuffizienz?
Akute Herzinsuffizienz tritt auf, wenn das Herz plötzlich nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dies kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wie beispielsweise einen Herzinfarkt, eine Herzmuskelentzündung oder eine Rhythmusstörung.
Welche Risikofaktoren begünstigen eine akute Herzinsuffizienz?
Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Auch ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung und einer fettreichen Ernährung kann das Risiko erhöhen.
Wie wird akute Herzinsuffizienz behandelt?
Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Herzfunktion zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden. Dazu werden in der Regel Medikamente eingesetzt, wie Diuretika zur Entwässerung, ACE-Hemmer oder Betablocker zur Entlastung des Herzens und Sauerstoff zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung.
Kann man einer akuten Herzinsuffizienz vorbeugen?
Durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, dem Verzicht auf Rauchen und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes kann das Risiko einer Herzinsuffizienz deutlich reduziert werden. Eine frühzeitige Behandlung von Herzerkrankungen ist ebenfalls wichtig. (Lesen Sie auch: Laura Dahlmeier Park: Garmisch Ehrt Biathlon-Star mit…)
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Herzinsuffizienz?
Eine salzarme Ernährung ist wichtig, um Wassereinlagerungen zu vermeiden. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, wobei die Menge individuell auf den Patienten abgestimmt werden muss. Übergewicht sollte reduziert werden, und eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Die Deutsche Herzstiftung bietet hierzu umfangreiche Informationen.
Die Erkenntnisse aus der Studie des Karolinska Instituts sind alarmierend und verdeutlichen die Dringlichkeit, die Versorgung von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz zu verbessern. Die hohe Rate an wiederholten Krankenhausaufenthalten, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion, zeigt, dass die aktuelle Behandlung oft nicht ausreichend ist. Es bedarf einer umfassenden Strategie, die eine optimierte medikamentöse Therapie, die Behandlung von Begleiterkrankungen, die Schulung von Patienten und Angehörigen sowie eine engmaschige Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus umfasst. Nur so kann der Teufelskreis aus Krankenhausaufenthalten durchbrochen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden. Wie die Ärztezeitung berichtet, belasten häufige Krankenhausaufenthalte sowohl Patienten als auch das Gesundheitssystem.






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