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Die Ankündigung höherer Forschungsgelder durch die Regierung wird von Experten kritisch gesehen, da die Fti Pakt Inflation die tatsächliche Kaufkraft der Mittel schmälert. Trotz nomineller Erhöhungen droht ein reales Minus, insbesondere in der angewandten Forschung, was Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnte.

Wie wirkt sich die Inflation auf den FTI-Pakt aus?
Die Inflation reduziert die Kaufkraft der Forschungsgelder. Obwohl der FTI-Pakt nominell mehr Mittel vorsieht, können aufgrund steigender Preise für Materialien, Personal und Ausrüstung weniger Forschungsprojekte realisiert werden. Dies betrifft besonders kostenintensive Bereiche der angewandten Forschung.
Zusammenfassung
- Nominelle Erhöhung der Forschungsgelder wird durch Inflation aufgezehrt.
- Angewandte Forschung ist besonders stark betroffen.
- Reales Minus gefährdet Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.
- Experten fordern inflationsbereinigte Budgets.
Steigende Forschungsgelder – Ein Trugschluss?
Die Regierung feiert zwar die Erhöhung der Mittel für den Forschungs-, Technologie- und Innovationspakt (FTI-Pakt), doch die Realität sieht anders aus. Wie Der Standard berichtet, werden die zusätzlichen Gelder durch die anhaltend hohe Inflation nahezu vollständig aufgefressen. Das bedeutet, dass die Forschungseinrichtungen trotz höherer Budgets real weniger Mittel zur Verfügung haben, um ihre Projekte zu finanzieren. (Lesen Sie auch: Auva Verwaltungsrat Strafe droht? Regierung plant Gesetz)
Die Inflationsrate im Euroraum lag im Mai 2024 bei 2,6 Prozent, was die Kaufkraft der Forschungsgelder erheblich mindert.
Angewandte Forschung besonders betroffen
Besonders hart trifft es die angewandte Forschung. Während Grundlagenforschung oft langfristig angelegt ist und von kurzfristigen Budgetschwankungen weniger beeinflusst wird, ist die angewandte Forschung auf kontinuierliche Finanzierung angewiesen, um ihre Projekte erfolgreich umzusetzen. Steigende Kosten für Materialien, Personal und Energie machen es den Forschungseinrichtungen schwer, ihre Arbeit fortzusetzen. Dies kann dazu führen, dass innovative Projekte auf Eis gelegt oder sogar ganz eingestellt werden müssen. Die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sind erheblich.
Was sind die Konsequenzen für den Innovationsstandort?
Ein reales Minus bei den Forschungsgeldern hat weitreichende Konsequenzen für den Innovationsstandort. Wenn Forschungseinrichtungen gezwungen sind, Abstriche bei ihren Projekten zu machen, leidet die Innovationskraft des Landes. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen weniger neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und auf den Markt bringen. Auch die Attraktivität des Standorts für ausländische Investoren kann sinken, wenn die Forschungsinfrastruktur nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Um dies zu verhindern, fordern Experten inflationsbereinigte Budgets, die sicherstellen, dass die Forschungseinrichtungen tatsächlich mehr Geld zur Verfügung haben und nicht nur nominell. (Lesen Sie auch: Länderreform österreich: Hälfte Sieht Keinen Nachteil bei…)
Forderungen nach inflationsbereinigten Budgets
Um die negativen Auswirkungen der Inflation auf die Forschung zu vermeiden, fordern Experten und Interessenverbände inflationsbereinigte Budgets. Das bedeutet, dass die Forschungsgelder jährlich an die Inflationsrate angepasst werden, um sicherzustellen, dass die Forschungseinrichtungen ihre Arbeit ohne Einschränkungen fortsetzen können. Eine solche Anpassung würde es den Forschungseinrichtungen ermöglichen, langfristig zu planen und innovative Projekte voranzutreiben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) setzt sich beispielsweise für eine solche Anpassung ein, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Forschungsstandorts zu sichern. Die DFG ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland.
Inflationsbereinigte Budgets sind entscheidend, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts zu sichern.
Alternativen zur Kompensation der Inflation
Neben inflationsbereinigten Budgets gibt es weitere Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen der Inflation auf die Forschung zu kompensieren. Eine Möglichkeit ist die gezielte Förderung von Forschungsprojekten, die besonders wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sind. Eine andere Möglichkeit ist die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, um Synergieeffekte zu nutzen und Kosten zu senken. Auch eine effizientere Verwaltung der Forschungsgelder kann dazu beitragen, die vorhandenen Mittel optimal einzusetzen. Die Europäische Kommission bietet beispielsweise verschiedene Förderprogramme an, die Forschungseinrichtungen bei der Finanzierung ihrer Projekte unterstützen können. Informationen zu den Förderprogrammen sind auf der Website der Europäischen Kommission zu finden. (Lesen Sie auch: Aktionsplan Rechtsextremismus: Regierung startet Umsetzung Jetzt)

Die Debatte um den FTI-Pakt und die Auswirkungen der Inflation zeigt, dass es nicht ausreicht, lediglich nominale Erhöhungen der Forschungsgelder zu verkünden. Um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig zu sichern, sind inflationsbereinigte Budgets und eine effiziente Verwaltung der Forschungsgelder unerlässlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Forschungseinrichtungen ihre Arbeit ohne Einschränkungen fortsetzen und innovative Projekte vorantreiben können.






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