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Ein Rückschlag im Rennen um den lukrativen Markt für Abnehmmittel hat die Aktie des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk am Montag empfindlich getroffen. Der Kurs sackte um bis zu 14 Prozent ab, nachdem bekannt wurde, dass das Hoffnungsmittel Cagrisema in einer direkten Vergleichsstudie nicht die erwartete Wirksamkeit gegenüber dem Konkurrenzwirkstoff Tirzepatid von Eli Lilly zeigen konnte. Damit war die Aktie so günstig wie seit Juli 2021 nicht mehr.

Hintergrund: Novo Nordisk im Wettbewerb um den Markt für Adipositas-Medikamente
Novo Nordisk ist ein Schwergewicht im Bereich der Diabetes- und Adipositas-Behandlung. Mit Produkten wie Wegovy und Ozempic hat das Unternehmen bereits Milliardenumsätze erzielt. Der Markt für Medikamente zur Gewichtsreduktion boomt, und der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Pharmaunternehmen ist intensiv. Cagrisema sollte eine vielversprechende Ergänzung des Portfolios von Novo Nordisk darstellen, um im Wettbewerb mit Eli Lilly bestehen zu können. (Lesen Sie auch: Live Arena: Aviva in Bristol: Neue -Arena…)
Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Adipositas ist ein komplexer Prozess. Verschiedene Wirkstoffe zielen auf unterschiedliche Mechanismen im Körper ab, um die Gewichtsreduktion zu fördern. Semaglutid, der Wirkstoff in Wegovy und Ozempic, wirkt auf das Darmhormon GLP-1 und reduziert so den Appetit. Cagrisema kombiniert Semaglutid mit Cagrilintid, einem Analogon des Peptidhormons Amylin. Diese Kombination sollte eine zusätzliche Wirkung gegenüber Semaglutid allein entfalten. Mehr Informationen zu Adipositas und ihren Ursachen finden sich auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.
Die Studienergebnisse im Detail
In der REDEFINE-4-Studie wurde Cagrisema mit Tirzepatid verglichen, dem Wirkstoff von Eli Lillys Medikamenten Zepbound (gegen Adipositas) und Mounjaro (gegen Diabetes). An der Studie nahmen 809 Menschen mit Fettleibigkeit und mindestens einer Begleiterkrankung teil. Nach 84 Wochen verloren die mit CagriSema behandelten Teilnehmer 23 Prozent ihres Körpergewichts, während die Vergleichsgruppe mit Tirzepatid eine Gewichtsabnahme von 25,5 Prozent erreichte. Wie Handelsblatt berichtet, konnte Novo Nordisk somit nicht nachweisen, dass sein Mittel mindestens ebenso wirksam ist wie das Konkurrenzprodukt. (Lesen Sie auch: Johannes Høsflot Klæbo: Hösflot schreibt Olympia-Geschichte)
Obwohl Cagrisema in der Studie eine deutliche Gewichtsreduktion erzielte, reichte dies nicht aus, um mit Tirzepatid gleichzuziehen. Dies ist ein Rückschlag für Novo Nordisk, da das Unternehmen gehofft hatte, mit Cagrisema einen ebenbürtigen Konkurrenten zu Zepbound und Mounjaro auf den Markt zu bringen. Bereits im Dezember 2024 hatte es erste negative Ergebnisse im REDEFINE-Studienprogramm gegeben, wie «Der Aktionär» berichtete.
Reaktionen auf die Studienergebnisse
Die Börse reagierte prompt auf die Nachricht. Die Aktie von Novo Nordisk erlebte einen deutlichen Kurssturz. Analysten äußerten sich besorgt über die Wettbewerbsfähigkeit von Cagrisema und die Auswirkungen auf die zukünftigen Umsätze von Novo Nordisk. Auf der anderen Seite stiegen die Aktien von Eli Lilly im vorbörslichen US-Handel um knapp vier Prozent. (Lesen Sie auch: Jörg Hartmann: "Tatort"-Kommissar und Verfechter)
Trotz der enttäuschenden Ergebnisse hält Novo Nordisk an seinen Plänen fest, Cagrisema auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen hat bereits im Dezember 2025 auf Basis der REDEFINE-Studien 1 und 2 die Zulassung bei der FDA beantragt und erwartet eine Entscheidung für Ende 2026.Eine Übersicht über die Zulassungsverfahren für Medikamente in der EU bietet die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).
Novo Nordisk: Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Rückschlag mit Cagrisema zeigt, dass der Wettbewerb im Markt für Adipositas-Medikamente hart ist. Novo Nordisk muss sich nun noch stärker anstrengen, um seine Position zu behaupten. Das Unternehmen forscht an weiteren Wirkstoffen und Kombinationen, um im Rennen um die besten und wirksamsten Medikamente zur Gewichtsreduktion vorne mit dabei zu sein. Die Ergebnisse der REDEFINE-Studie zeigen, dass Novo Nordisk weiterhin innovativ sein muss, um im Wettbewerb zu bestehen. (Lesen Sie auch: Night Agent Staffel 3: Wann geht die…)

Überblick: Studienergebnisse im Vergleich
| Wirkstoff | Gewichtsverlust nach 84 Wochen |
|---|---|
| Cagrisema (Novo Nordisk) | 23,0 % |
| Tirzepatid (Eli Lilly) | 25,5 % |
Häufig gestellte Fragen zu novo nordisk
Warum ist die Aktie von Novo Nordisk gefallen?
Die Aktie von Novo Nordisk ist gefallen, weil Studienergebnisse für das Medikament Cagrisema enttäuschten. In einer Vergleichsstudie zeigte Cagrisema eine geringere Gewichtsreduktion als das Konkurrenzprodukt Tirzepatid von Eli Lilly. Dies führte zu Verunsicherung bei Anlegern und einem Kursverlust.
Was ist Cagrisema und wofür wird es eingesetzt?
Cagrisema ist ein Medikament von Novo Nordisk, das zur Behandlung von Adipositas entwickelt wurde. Es kombiniert die Wirkstoffe Semaglutid und Cagrilintid, um die Gewichtsreduktion zu fördern. Es zielt auf das Darmhormon GLP-1 und das Peptidhormon Amylin ab, um den Appetit zu reduzieren und die Kalorienaufnahme zu verringern.
Welche anderen Medikamente zur Gewichtsreduktion gibt es?
Es gibt verschiedene andere Medikamente zur Gewichtsreduktion, darunter Tirzepatid von Eli Lilly (enthalten in Zepbound und Mounjaro), das in der REDEFINE-4-Studie eine höhere Wirksamkeit zeigte als Cagrisema. Auch ältere Medikamente wie Orlistat sind auf dem Markt, haben aber oft stärkere Nebenwirkungen.
Wann wird mit einer Zulassung von Cagrisema gerechnet?
Novo Nordisk hat bereits im Dezember 2025 die Zulassung für Cagrisema bei der FDA beantragt. Das Unternehmen rechnet mit einer Entscheidung der Zulassungsbehörde gegen Ende des Jahres 2026.
Wie geht es für Novo Nordisk weiter?
Novo Nordisk wird trotz des Rückschlags mit Cagrisema weiterhin an neuen Medikamenten und Kombinationen zur Behandlung von Adipositas forschen. Das Unternehmen muss innovativ bleiben, um im Wettbewerb mit anderen Pharmaunternehmen wie Eli Lilly bestehen zu können und seine Marktposition zu verteidigen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.


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